Diplomaten und Beschäftigte des Auswärtigen Amts, die während ihres Dienstes an deutschen Auslandsvertretungen an Covid-19 erkranken, haben Anspruch darauf, mit speziellen Ambulanzflügen nach Deutschland zurückgeholt zu werden.

Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einer sogenannten Staatssekretärsweisung des Amts hervor. „Aus Gründen der Fürsorge ermöglicht das Auswärtige Amt an Covid-19 erkrankten Beschäftigten in den Fällen eine Rückholung mit einem Spezialflug, in denen vor Ort keine adäquate Behandlung möglich ist“, bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden sechs erkrankte Diplomaten in die Heimat zurückgeflogen, sie waren in Asien und Afrika auf Posten. Deutschland hat auch in Ländern, in denen das Virus stark zirkulierte seine Auslandsvertretungen nicht geschlossen. Dies habe zur Folge, so das Auswärtige Amt, „dass weiterhin viele Beschäftigte in Ländern mit hohem Infektionsrisiko leben“.

Maßgeblich für eine Evakuierung sei jedoch nicht ein mit Deutschland vergleichbarer Standard im Gastland, sondern die Frage, ob vor Ort eine angemessene Behandlung Covid-19-Infizierter überhaupt möglich ist, so der Sprecher. „Der Transport muss dann mit einem Spezialflug zur medizinischen Evakuierung erfolgen, da Infizierte nicht mit kommerziellen Flügen reisen können.“

Auch andere EU-Länder bieten ihren Diplomaten eine Rückholung an, wenn sie an Corona erkranken.

Ein Flug kostet 50.000 bis mehr als 100.000 Euro

Die Kosten für einen Ambulanzflug lägen „im mittleren fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Bereich“, teilte das Ministerium mit, übersetzt heißt das: In manchen Fällen kostet die Rückholung 50.000 Euro, in anderen mehr als 100.000 Euro. Die Kosten schießt zum Teil das Auswärtige Amt vor. Ob sie anschließend von den Sozialversicherungen und der Beamtenbeihilfe voll übernommen werden, ist unklar.

„Die für einen Flug anfallenden Kosten hängen immer vom Einzelfall ab“, teilte das Auswärtige Amt…