Ungeachtet internationaler Appelle zur Einhaltung der neuen Waffenruhe dauern die schweren Gefechte um die Südkaukasusregion Bergkarabach nach Angaben dortiger Behörden an. Die verfeindeten Nachbarländer Aserbaidschan und Armenien warfen sich am Dienstag gegenseitig massiven Beschuss in der Konfliktregion vor.

Die armenischen Behörden der nicht anerkannten Republik Bergkarabach teilten mit, es gebe Raketen- und Artilleriefeuer von aserbaidschanischer Seite. Das Verteidigungsministerium in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku wiederum warf Armenien vor, zuerst geschossen zu haben. Betroffen sei unter anderem die Region Terter.

Zahl getöteter Zivilisten steigt

„Das ist eine absolute Lüge, Aserbaidschan bereitet den Boden für aggressive Handlungen gegen friedliebende Ortschaften vor“, sagte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums in Eriwan. Der Gegner sei zum Angriff aus allen Richtungen übergangen, hieß es.

Laut armenischen Behörden ist die Zahl der getöteten Zivilisten auf 31 gestiegen. Die Anzahl der getöteten Soldaten liegt demnach bei 525. Aserbaidschan machte bislang keine Angaben zu Verlusten in den eigenen Reihen. Es kamen auch dort Zivilisten ums Leben.

Russland ruft zur Einhaltung der Waffenruhe auf

Die Außenminister beider Länder hatten unter russischer Vermittlung in Moskau die Waffenruhe vereinbart, die jedoch schon kurz nach ihrem Inkrafttreten gebrochen wurde. Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte am Montag mit Nachdruck die Einhaltung.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben. Bergkarabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan.

In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe. Die Türkei…