Dass Ludwig van Beethoven beinahe jeden Aspekt des Musiklebens seiner Zeit revolutionierte, ist ein musikhistorischer Allgemeinplatz. Ob die Idee einer großen Symphonie, Improvisation, die Rolle des Künstlers, das Verhältnis von Alt und Neu oder das Konzertformat selbst – es gibt keinen musikalischen Bereich, in dem Beethovens Einfluss nicht enorm wäre. Dabei eckte er bei seinen eigenen Zeitgenossen mit seiner Radikalität und Kompromisslosigkeit schon mal an und wurde bei weitem nicht immer als Prophet gefeiert.

Auf der Suche nach dem Beethovenschen Geist

Was hätte Beethoven aber heute getan? Wofür hätte er gestanden? Dieser gewagt formulierten Frage gehen zwölf aufstrebende Künstlerinnen und Künstler nach, die sich anlässlich des Beethoven-Jubiläums zum Projekt“#bebeethoven“ zusammengetan haben.

Federführend für das landes- und bundesgeförderte Projekt ist PODIUM Esslingen – jener 2009 als kleines alternatives Kammermusikfestival gegründete Verein aus jungen Menschen, der in den letzten Jahren zunehmend als eine Art „Denkfabrik“ in Sachen Neugestaltung des Musiklebens funktioniert.

Der Neue: Steven Walter

An der Spitze des Projektes steht Steven Walter – Cellist und Musikmanager, der nach der Ära von Nike Wagner die Intendanz des Beethovenfestes Bonn übernehmen wird. Nun werden die zwölf Projekte beim Festival in Esslingen und danach, vom 16. bis 24.Oktober, in der Beethovenstadt Bonn präsentiert.

Was ist musikalisches Querdenken heute?

„Wir haben uns die Frage gestellt: Wo finden wir in unserer Zeit interessante Ansätze, querdenkende Projekte, die ähnliches Wirkungspotential haben, wie Beethoven es hatte?“, erzählt Walter, der Kurator des Projekts. „Das heißt natürlich nicht, dass die Leute sein sollten wie Beethoven. Das geht schon deswegen nicht, weil auch Beethoven heute nicht so wäre, wie er in seiner Zeit war. Vielmehr ging es uns darum, zu analysieren, wofür Beethoven stand und dann zu überlegen, wofür sein „Spirit“ heute…