Mit Beginn der Schnäppchen-Jagd haben Beschäftigte von Amazon nach einem Aufruf von Ver.di einen mehrtägigen Streik begonnen. Die Gewerkschaft hatte Mitarbeiter in sieben Verteilzentren des US-Riesen zu zweitägigen Protesten während der Aktion „Prime Day“ aufgerufen. Die Jagd nach billigen Angeboten müsse beim Gehalt der Mitarbeiter aufhören, erklärte ein Ver.di-Sprecher.

Der Tarifstreit zwischen dem Onlinehändler und der Gewerkschaft schwelt schon seit Jahren. Ver.di fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt indes Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Amazon biete „exzellente Löhne“, betonte ein Konzernsprecher: „Das Lohnpaket samt der Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern.“ Ein Großteil der Beschäftigten arbeite trotz des Aufrufs zu Protesten „völlig normal“, betonte er. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Ausstand keine Auswirkungen haben werde. „Die Pakete kommen pünktlich zu den Kunden“, hieß es.

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