Vor einigen Tagen war das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Das Programm hat das erklärte Ziel, den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2030 zu beenden. Nun hat die Welthungerhilfe einen Index (WHI) vorgestellt, der die Lage in 107 Ländern analysiert. Das Ergebnis: Die Welt ist angesichts aktueller Krisen, gerade durch die Corona-Pandemie, nicht auf dem Kurs, das verbindliche Ziel „Zero Hunger“ bis 2030 zu erreichen.

„Schon vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie war die Hungersituation insbesondere in Afrika südlich der Sahara und Südasien alarmierend“, heißt es in dem Welthunger-Index 2020, der gemeinsam mit der Hilfsorganisation Concern Worldwide herausgegeben wird, und weiter: „Covid-19 wirkt wie ein Brandbeschleuniger.“

690 Millionen Menschen leiden derzeit Hunger, die Zahl ist gestiegen. 144 Millionen Kinder sind aufgrund chronischer Unterernährung wachstumsverzögert. Im Jahr 2018 starben 5,3 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, häufig infolge von Unterernährung.

Corona-Pandemie beschleunigt Krisen und Mangelernährung

Der WHI spiegelt die Auswirkungen der Coronakrise noch nicht wider. Doch die Autorinnen und Autoren gehen davon aus, dass es durch die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen für Menschen in vielen Ländern noch schwieriger geworden ist, ihre Ernährung sicherzustellen. Außerdem litten die Menschen unter Kriegen, Dürren, Überschwemmungen oder Heuschreckenplagen. Der Klimawandel verschärfe Hunger und Armut.

Etwa 37 Länder werden, sollten die Verbesserungen weiter so schleppend vorangehen, bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau in dem Index erreichen, prognostiziert der WHI. Konkret heißt das: Bis zu 840 Millionen Menschen könnten in zehn Jahren weiter unterernährt sein.

Der WHI-Wert wird auf der Grundlage von vier Indikatoren ermittelt: Verbreitung von Unterernährung, Wachstumsverzögerung bei Kindern, Auszehrung bei Kindern sowie Kindersterblichkeit. Die Skala…