Jeffrey Bitton ist nicht zu Hause, als seine Heimat Feuer fängt. Auf seinem Telefon trifft an diesem Nachmittag Anfang September eine Textnachricht der Behörden ein, eine Aufforderung, sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen. Er weiß, was das bedeutet: Sein Haus in Berry Creek in den Wäldern Nordkaliforniens ist von Flammen bedroht. Als er die Nachricht liest, steht er eine halbe Autostunde weit weg an einer Zapfsäule.

„Ich habe sofort Panik bekommen“, sagt Bitton, als er zwei Wochen später seine Geschichte erzählt. Sein Hund Rambo, ein Deutscher Schäferhund, ist zu dem Zeitpunkt allein zu Hause. „Ich wusste, dass ich da hochmuss, um ihn zu retten.“

Mit seinem Pick-up-Truck liefert Bitton Trinkwasserkanister an Privathaushalte, das ist sein Job. Er hat an der Tankstelle am Lakeside Market in Oroville haltgemacht, kurz vor Feierabend. In den umliegenden, von der langen Dürre staubtrockenen Wäldern brennt es seit Wochen, Blitzeinschlag löste die Flammen aus. Weil der Wind ungünstig weht, wird daraus an jenem Nachmittag eine riesige Feuersbrunst, die bis heute rund 1300 Quadratkilometer Land niedergemacht hat. „North Complex Fire“ heißt dieses Feuer, weil die Waldbrände hier Namen erhalten wie anderswo Hochdruckgebiete und Stürme. Es ist das sechstgrößte Feuer, das Kalifornien in seiner jüngeren Geschichte erlebt hat. Es brennt immer noch.