Es gibt Dinge, die lassen sich einfach nicht wiederholen. Dazu gehört das letzte große Jubiläum von Toni Kroos als Nationalspieler: Als er zum 50. Mal ins Trikot mit dem Bundesadler schlüpfte, stand die deutsche Mannschaft im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2014 gegen Gastgeber Brasilien. Der unvergessliche 7:1-Triumph der späteren Weltmeister war auch eine Kroos-Gala: Zwei Tore gegen die Brasilianer – das 3:0 in der 24. und das 4:0 in der 26. Minute – erzielte er selbst, zwei weitere Treffer bereitete er vor. Das 100. Länderspiel des Mittelfeldstars kann unspektakulärer kaum sein: In der Nations-League-Partie an diesem Dienstag gegen die Schweiz (Anpfiff 20.45 Uhr MESZ) wird sich Kroos als 15. deutscher Fußballer mit einer dreistelligen Anzahl von Länderspielen einreihen.

Auch wenn es nur eine statistische Randnotiz ist, hätte man sich für Kroos einen etwas würdigeren Rahmen gewünscht als ein Spiel in einem sportlichen fragwürdigen Wettbewerb – und das auch noch Corona-bedingt vor so gut wie leeren Rängen. Denn neben Nationaltorwart Manuel Neuer ist der 30-Jährige der einzige Weltstar im aktuellen DFB-Kader, „einer der größten Dirigenten, die der deutsche Fußball je hatte“, wie es Ex-Nationalspieler Matthias Sammer im Kinofilm „Kroos“ formulierte. „Was er an Konstanz und Klasse zeigt, ist einmalig,“ ergänzte Bundestrainer Joachim Löw vor Kroos‘ Jubiläumsspiel in Köln.

Kroos nach dem WM-Triumph 2014 mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau Jessica Farber

Von Klinsmann ausgemustert

Schon im Juniorenalter galt Toni Kroos als Fußball-Rohdiamant, der nur geschliffen werden musste. Vom Greifswalder SC in seiner ostdeutschen Geburtsstadt und Hansa Rostock führte Kroos‘ Weg 2006 schon mit 16 Jahren zum deutschen Rekordmeister FC Bayern. Der damalige Trainer Ottmar Hitzfeld holte ihn schon ein Jahr später in den Profikader. Mit 17 Jahren, acht Monaten und 22 Tagen war Kroos der der jüngste Bundesligaspieler der Bayern aller Zeiten, als er im Spiel…