1. Widerstandskräfte

Über den früheren „New York Times“-Reporter Barry Bearak habe ich vor Jahren in einem „Geo“-Stück diese Anekdote gelesen: Als er 2008 über die Wahlen in Simbabwe berichtete und von Mugabes Leuten eingesperrt wurde, habe er sich wie befreit gefühlt. Alles sei besser, sagte Bearak demnach seiner Frau am Telefon, „als vier Geschichten am Tag für die Website schreiben zu müssen“. Angeblich ein Scherz.

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Kommt flunkern von Flu?

Foto: Tom Brenner / REUTERS

Manchmal scheint es, als würde auch der derzeitige US-Präsident den einen oder anderen Reporter am liebsten einsperren lassen. Ich hoffe nicht, dass meine Kolleginnen und Kollegen lieber im Knast säßen, als in dichter Folge über den US-amerikanischen Wahlkampf zu berichten und die Besetzung des Obersten Gerichtshofes und über den Gesundheitszustand des Präsidenten und den neuesten Trump-Tweet und, und, und… vielleicht frage ich aber besser auch nicht genauer nach. (Hier finden Sie Live-Daten zur Wahl.)

Meine Kollegin Julia Merlot jedenfalls hat sich jetzt mit der Frage beschäftigt, ob Trump wirklich schon immun sein kann gegen das Coronavirus, wie er behauptet. Ein Arzt, mit dem sie sprach, äußerte sich skeptisch – er bezweifelt, dass beim US-Präsidenten schon neutralisierende Antikörper nachgewiesen wurden. „Der Test ist aufwendig und dauert Tage, beschleunigen lässt sich das Verfahren auch für Trump kaum“, sagt Julia. Twitter hat den Immunitätstweet des Präsidenten mit einem Warnhinweis versehen: wegen „Verbreitung irreführender und potenziell schädlicher Informationen im Zusammenhang mit Covid-19“.

2. Versteigert und verstiegen

„Der Geist der Rose“, so heißt kein verschollenes Buch von Umberto Eco und auch kein Werk, das irgendein Erbe aus Notizen des Autors posthum zusammengeschmiert hat, um es rechtzeitig zum Beginn der Frankfurter Buchmesse auf den Markt zu werfen, wo er dann in Video-Interviews (die Branchenveranstaltung ist wegen Corona fast…