Das Justizministerium hat einen Gesetzentwurf komplett in weiblicher Form verfasst – und sorgt nun für Unmut bei den Kolleginnen des Innenministeriums. Das aus dem Haus von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) verfasste Papier enthält Formulierungen wie „Haftung der Schuldnerin“ und „Geschäftsleiterinnen“. Nun haben Mitarbeiterinnen aus dem Innenministerium Widerspruch eingelegt.

Ein Sprecher im Justizministerium bestätigte den Vorgang dem SPIEGEL am Montag: Es sei zutreffend, dass im Entwurf „häufig feminine Bezeichnungen insbesondere für juristische Personen“ gewählt wurden. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Vorgang berichtet. Der Referentinnenentwurf unter dem Titel „Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz“ regelt Firmenpleiten und Gläubigerinnenschutz.

Justizministerium schreibt erstmals Gesetz im generischen Femininum

Die Nutzung weiblicher statt männlicher Bezeichnungen habe laut dem Sprecher des Justizministeriums fachliche Gründe gehabt. Juristische Personen wie GmbH seien nun mal oft weiblich – und um solche gehe es vorrangig. Generell würden die Mitarbeiterinnen im Justizministerium darauf achten, die Gleichstellung von Frauen und Männern „auch sprachlich zum Ausdruck zu bringen“. Ob es das erste Mal ist, dass das Haus ein Gesetz in weiblicher Form entwirft, konnte der Sprecher nicht bestätigen.

Das generische Femininum verwendet den weiblichen Begriff, um weibliche wie männliche Personen einzuschließen: Wird von Inhaberinnen statt Inhabern geschrieben, sind Inhaberinnen und Inhaber gemeint. Im Gesetz klingt das unter anderem so: „Der angemessenen Beteiligung einer Gruppe von Gläubigerinnen steht es in Abweichung von Absatz 2 Nummer 2 nicht entgegen, wenn die Schuldnerin oder eine Inhaberin von Anteils- oder Mitgliedschaftsrechten wirtschaftliche Werte behält.“

Innenministerium drängt auf Verwendung der männlichen Form

Aus dem Innenministerium von Horst Seehofer (CSU) heißt es laut „Bild“-Zeitung, der Referentinnen-Entwurf…