Angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen führt die britische Regierung in England ein dreistufiges Warnsystem ein. Das System sehe eine Klassifizierung aller Gebiete in England nach den Kategorien „mittleres“, „hohes“ oder „sehr hohes“ Risiko vor, erklärte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag im Parlament. In Liverpool, das unter die Kategorie „sehr hohes Risiko“ fällt, sollen alle Pubs und Restaurants schließen. Zudem sollen drei Behelfs-Krankenhäuser wieder in Betrieb genommen werden.

„So wollen wir unser Leben nicht leben“, räumte Johnson ein. Aber dies sei „der schmale Pfad, den wir zwischen dem sozioökonomischen Schock eines völligen Lockdowns und den massiven menschlichen und wirtschaftlichen Kosten einer nicht eingedämmten Epidemie beschreiten müssen“. Schottland, Wales und Nordirland sind von den Maßnahmen nicht betroffen, sie haben eigenständige Gesundheitssysteme.

„Die kommenden Wochen und Monate werden schwierig“, gab Johnson zu. Einen Lockdown wie im Frühjahr will der Regierungschef um jeden Preis verhindern – Schulen, Universitäten und Geschäfte sollen diesmal geöffnet bleiben. Bisher hatte die Regierung örtlich begrenzte Beschränkungen angeordnet, die rund ein Viertel der Bevölkerung – insbesondere im Norden des Landes – betreffen. Das nun von Johnson vorgestellte Warnsystem soll den derzeitigen Flickenteppich an Einschränkungen vereinfachen und am Mittwoch in Kraft treten.

Die erste Stufe des „mittleren“ Risikos entspricht den bereits in ganz England geltenden Maßnahmen: Versammlungen sind auf sechs Teilnehmer beschränkt, Pubs und Restaurants müssen um 22.00 Uhr schließen. In Gebieten mit „hohem“ Risiko sollen zusätzlich Treffen zwischen Mitgliedern verschiedener Haushalte in geschlossenen Räumen verboten werden.

Das Militär soll notfalls helfen

In Regionen mit „sehr hohem“ Risiko sollen zusätzliche Einschränkungen verhängt werden, die gegebenenfalls auch mit Hilfe des Militärs durchgesetzt werden. So…