Zuletzt meldeten unter anderem Köln, Stuttgart, Essen und Mainz das Überschreiten der „Hotspot“-Stufe von 50 registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Andere Großstädte wie Berlin, Frankfurt am Main und Bremen hatten schon zuvor diese Marke durchbrochen. Allein im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen lagen am Sonntag neun Landkreise und kreisfreie Städte über dem kritischen Wert.

Am vergangenen Freitag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der elf größten deutschen Städte über die Lage beraten. An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, „ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet“, betonte Merkel anschließend.

„Der entscheidende Schlüssel“

Mehrere Ministerpräsidenten riefen die Bürger abermals zur strikten Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln auf. Regional gelten zudem Sperrstunden, Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen sowie Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen. 

„Die Lage ist ernst. Ernster, als diejenigen glauben, die sich nicht an die Schutzmaßnahmen halten“, sagte etwa die Regierungschefin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte, Deutschland erlebe gerade einen sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. „Deswegen brauchen wir auch für die kommenden Wochen noch deutlichere Regelungen, zum Beispiel mit mehr Masken.“ Diese seien der entscheidende Schlüssel, um Alltagsnormalität so lang und so gut wie möglich zu erhalten.

Fordert bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein bundesweit einheitliches Bußgeld von 250 Euro: Markus Söder

„Das macht alles keinen Sinn“

Unterdessen wird die Kritik an Beherbergungsverboten bei innerdeutschen Reisen immer lauter. Bürger, deren Wohnsitz in einer Hotspot-Region liegt, dürfen in etlichen Bundesländern derzeit nicht mehr in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen…