In Chemnitz ist der Sozialdemokrat Sven Schulze zum neuen Oberbürgermeister gewählt worden. Sein Konkurrent von der AfD, Ulrich Oehme, kam auf Platz fünf. Dass der rechtspopulistische Kandidat von allen Bewerbern das schlechteste Ergebnis erzielte, wertete Schulze nun in der „Sächsischen Zeitung“ als ein Zeichen: „Chemnitz ist keine braune Stadt.“

Schulze hatte sich am Sonntag im zweiten Wahlgang mit 34,9 Prozent der Stimmen gegen seine vier Konkurrenten durchgesetzt, wie die Stadt auf ihrer Homepage als vorläufiges Ergebnis nach Auszählung aller Wahlbezirke mitteilte. Auf Platz zwei landete CDU-Kandidatin Almut Patt (22,0 Prozent), gefolgt von Susanne Schaper (Linke) mit 16,1 Prozent und dem parteilosen Lars Faßmann (13,7 Prozent). Die neuerliche Abstimmung war nötig geworden, weil in der ersten Runde am 20. September kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielt hatte; nun reichte die einfache Stimmenmehrheit.

In Chemnitz stellt die SPD seit 1993 ununterbrochen den Oberbürgermeister. Nach 14 Jahren hatte Amtsinhaberin Barbara Ludwig allerdings nicht erneut kandidiert. Sie legt nach Angaben der Stadtverwaltung ihr Amt am 31. Oktober nieder. Ihr Nachfolger Schulze, 1971 in Rochlitz geboren und Vater von drei Kindern, war bisher Finanzbürgermeister von Chemnitz.

Die Stadt war 2018 international in die Schlagzeilen geraten, als es dort nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Deutschen am Rande des Stadtfestes zu rassistisch motivierten Übergriffen kam. Der Streit über die Frage, ob es „Hetzjagden“ gegeben habe, war damals zur Zerreißprobe für die Koalition aus Union und SPD im Bund geworden. Wegen der Messerattacke wurde ein Syrer später zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Derzeit steht Chemnitz, das gut 245.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählt, im Rennen um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.

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