von Ellen Ivits
12.10.2020, 16:59 Uhr

Mit neuer Brutalität gehen die Sondereinheiten Alexander Lukaschenkos wieder gegen Demonstranten vor. Doch eine Visite im Gefängnis des KGB lässt die zunehmen prekäre Situation des Diktators erkennen.  

Zwei Monate sind nach der Präsidentschaftswahl in Belarus vergangen. Zwei Monate lang gehen die Belarussen nun schon auf die Straße und fordern den Rücktritt des verhassten Machthabers Alexander Lukaschenko. Zwei Monate lang klammert sich Europas letzter Diktator mit allen Mitteln an seinen Thron – auch mit Gewalt, die am vergangenen Wochenende mit neuer Brutalität auf den Straßen von Minsk aufloderte.

Dort hatten sich am Sonntag erneut Zehntausende zum friedlichen Protest versammelt. Lukaschenkos Sondereinheiten setzten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Blend- und Knallgranaten flogen in die Menschenmassen. Auf Bildern und Videos im Nachrichtenkanal Telegram war zu sehen, wie verletzte Demonstranten mit Verband um den Kopf auf der Straße saßen. Andere wurden von vermummten Sicherheitskräften zu Boden geworfen, niedergeprügelt und in Einsatzfahrzeuge gezerrt. Mindestens 500 Personen wurden allein in der Hauptstadt festgenommen, meldete das Menschenrechtszentrum Wesna am Montag. 

Auch in anderen Städten kam es zu massiver Polizeigewalt, unter anderem in Brest, Vitebsk, Mogilev und Grodno. Beobachter in Minsk sprachen von den heftigsten…