Kristin Thompson bei der Arbeit – in der Arktis, in der Nähe der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen. Die Meeresbiologin arbeitet ähnlich wie eine Kriminalistin. Sie sichert Spuren – sie sammelt „Umwelt-DNA“. 

Kirstin Thompson, Universität Exeter 
„Das ist Erbgut aus Körperzellen von Tieren, die das Wasser durchquert haben – Schleim, Haut, Kot. Diese Zellen filtern wir aus dem Wasser, sichern die DNA und bringen sie ins Labor.“ 

Das Ziel: ein möglichst genaues Bild der Artenvielfalt einer Region, die sich durch die Klimakrise stark verändert. Jahr für Jahr zieht sich das Packeis um den Nordpol weiter zurück. Innerhalb weniger Jahrzehnte könnte die Arktis im Sommer eisfrei sein. Für die Containerschifffahrt würde dann eine sehr attraktive Route durch das verletzliche Ökosystem entstehen. Die Gefahr von Umweltverschmutzung durch Emissionen oder Havarien würde steigen. Außerdem könnte sich die Förderung von Rohstoffen, die bisher unter dem Ewigen Eis verborgen lagen, in Zukunft lohnen. Auch die wäre ein Umweltrisiko. 

Kirstin Thompson, Universität Exeter 
„Ein großer Teil der Arktis ist ungeschützt. Das ist wirklich ein Problem. Wenn sich das Eis zurückzieht und die Region sich erwärmt und verändert, können menschliche Aktivitäten sie leicht beschädigen. Deshalb brauchen wir wirklich dringend ein sehr strenges globales Abkommen zum Schutz dieser Region.“ 

Gemeinsam mit einer Crew der Umweltschutzorganisation Greenpeace fährt Thompson zu einem Gletscher auf Spitzbergen. Auch mit Tonaufnahmen  versucht sie, ihre Karte der arktischen Artenvielfalt zu füllen. Thompson ist auf den abgelegenen schottischen Shetland-Inseln aufgewachsen, seit 30 Jahren arbeitet sie in der Meeresforschung. 

Kirstin Thompson, Universität Exeter 
„Das Sammeln der Umwelt-DNA ist eine sehr sinnvolle Methode, da sie nicht-invasiv ist. Wir müssen also keine Fische fangen. Mittels der DNA können wir die Gegend recht schnell untersuchen. Wir…