Bei neuen Protesten in Belarus gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind Sicherheitskräfte hart gegen die Demonstranten vorgegangen und haben viele Menschen festgenommen. Dabei hätten sie auch Tränengas eingesetzt, meldete die Agentur Interfax. Demnach gab es bereits 50 Festnahmen, darunter auch mehrere Journalisten der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS. Sie seien später wieder freigelassen wurden.

Internet abgeschaltet, U-Bahnstationen geschlossen  

Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie Menschen in größeren Gruppen in der Hauptstadt Minsk in Richtung Stadtzentrum zogen. Sicherheitskräfte in schwarzen Uniformen prügelten auf einzelne Demonstranten ein und schleppten sie zu Kleinbussen. Beobachter berichteten, dass wieder das mobile Internet zeitweise abgeschaltet worden sei. Die Behörden wollten damit verhindern, dass sich die Demonstranten zu Protestrouten verabreden. Zudem waren in Minsk mehrere U-Bahnstationen geschlossen, damit die Menschen nicht mehr ins Zentrum gelangen konnten. Auch eine zentrale Straßenkreuzung wurde abgesperrt.

Aufmarsch der Demonstrationsteilnehmer in der Hauptstadt Minsk, kurze Zeit später dann…

… die brutale Reaktion der Sicherheitskräfte von Machthaber Lukaschenko

Es ist das mittlerweile neunte Protest-Wochenende in Folge. Vor einer Woche waren rund 100.000 Menschen zu den Demonstrationen gekommen. Seit der umstrittenen Präsidentenwahl Anfang August gehen die Menschen regelmäßig gegen Lukaschenko auf die Straße. Der 66-Jährige hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Die EU erkennt das Wahlergebnis aber nicht an. Die Opposition sieht Swetlana Tichanowskaja als wahre Siegerin.

 „Die Belarussen lassen sich nicht manipulieren“

„Unser friedlicher Protest hat schon Ergebnisse gebracht“, schrieb Tichanowskaja nun bei Telegram. „Das Regime hat verstanden, dass es mit den Belarussen reden muss“, sagte die 38 Jahre alte Bürgerrechtlerin mit Blick auf das Treffen…