Deutschland sei bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. „Wir wissen aber auch: Das Virus kann alle treffen, trifft aber nicht alle gleich“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Blick auf ärmere Staaten. „Ohne fließend Wasser, Seife und Desinfektionsmittel steigt das Infektionsrisiko. Masken und Schutzkleidung sind Mangelware. Beatmungsmaschinen fehlen, Schwerstkranke können nicht behandelt werden.“

Auch die wirtschaftlichen Folgen seien schwerwiegend, erklärte Steinmeier zum Auftakt der Woche der Welthungerhilfe. „Felder werden nicht bestellt, die Ernte nicht eingefahren. Millionen verlieren ihre Arbeit und können ihre Familien nicht mehr ernähren“, so das deutsche Staatsoberhaupt. Viele Menschen in den Armenvierteln würden sagen: „Wir werden eher an Hunger als an Corona sterben.“

Frank-Walter Steinmeier im Februar 2020 in Kenia

„Wir können was bewegen“

Der Bundespräsident rief in diesem Zusammenhang ausdrücklich zur Unterstützung der Welthungerhilfe auf. Die deutsche Hilfsorganisation verteile etwa im Slum Kibera in Kenia dringend benötigte Nahrungsmittel und baue Waschstellen, erläuterte Steinmeier.

Die 53. Aktionswoche der Welthungerhilfe, die bis zum 18. Oktober dauert, steht unter dem Motto „Wir können was bewegen“. Seit ihrer Gründung im Jahr 1962 hat sie nach eigenen Angaben bereits fast 10.000 Hilfsprojekte in 70 Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens durchgeführt.

wa/cw (kna, epd, welthungerhilfe.de)