Die sozial-ökologische Krise werde durch die Corona-Pandemie noch verstärkt, sagte Papst Franziskus in einer Videobotschaft zum Klimawandel. „Das führt dazu, dass wir alle uns entscheiden müssen.“ Entweder könne man „das Leid der Ärmsten ignorieren und unser gemeinsames Heim, die Erde, weiter misshandeln“, so das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die andere Möglichkeit bestehe darin, die gegenwärtige Lebensweise „auf allen Ebenen“ zu verändern.

Die Wissenschaft sage jeden Tag genauer, dass ein rascher Wandel notwendig sei, um einen „katastrophalen Klimawandel“ zu vermeiden, betonte der Papst. Die herrschenden Zustände dürften niemanden gleichgültig lassen. Auch die Wirtschaft sei gefragt: „Sie muss ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Würde des Menschen berücksichtigen.“ Das bestehende Wirtschaftssystem sei „nicht tragfähig“.

Nach einer Corona-Pause wieder auf der Straße: Anhänger der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ (Ende September)

Niemand solle aus der aktuellen Krise unverändert hervorgehen, verlangte Franziskus. Es erfordere „eine Verschiebung, Veränderung“. Das Ziel sei klar: „Im nächsten Jahrzehnt eine Welt aufzubauen, in der wir auf die Bedürfnisse heutiger Generationen, alle mit inbegriffen, eingehen können, ohne die Chancen künftiger Generationen zu gefährden.“ Er wolle alle Menschen guten Willens, ob gläubig oder nicht, einladen, sich auf diese „Reise“ zu begeben. Jeder Einzelne könne einen wichtigen Beitrag leisten.

Der Papst äußerte sich im Rahmen der digitalen Kampagne „TED Countdown“. Darin haben sich Persönlichkeiten aus aller Welt zusammengeschlossen, um für eine Senkung des Treibhausgas-Nettoausstoßes auf null zu werben.

Pandemie als Chance?

Auch UN-Generalsekretär António Guterres rief in einer Videobotschaft zu deutlich stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel auf. „Wir müssen sicherstellen, dass jedes Land, jede Stadt, Unternehmen, Bank und jede internationale Organisation einen Plan hat,…