Südkorea drängte Nordkorea nach einer Militärparade, sich zu seinen vergangenen Abrüstungsversprechen zu bekennen. Das Land zeigte sich über die Enthüllung einer mutmaßlichen neuen Langstreckenrakete durch den Norden besorgt, äußerte aber gleichzeitig die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den Staaten.

Während der Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag seiner Regierungspartei in Pjöngjang hatte Kim Jong Un eine Vielzahl von Waffensystemen vorgeführt, darunter zwei Raketen, die zum ersten Mal einem ausländischen Publikum vorgestellt wurden. Bei den Waffen handelte es sich offenbar um eine interkontinentale ballistische Rakete sowie um eine verbesserte Version einer Rakete, die von U-Booten aus abgefeuert werden kann.

Verteidigungsfähigkeit Südkoreas wird überprüft

Südkoreas Verteidigungsministerium drückte seine Besorgnis über die Tatsache aus, dass „Nordkorea Waffen enthüllt habe, darunter vermutlich auch eine neue ballistische Langstreckenrakete“. In einer Erklärung des Ministeriums wurde Nordkorea aufgefordert, sich an die innerkoreanischen Abkommen von 2018 zu halten, die das Verhältnis zwischen den Staaten verbessern sollen.

Nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates sagten die Ratsmitglieder in Südkorea, dass sie die strategische Bedeutung der nun enthüllten nordkoreanischen Waffensysteme weiter analysieren und die Verteidigungsfähigkeiten Südkoreas überprüfen würden.

Neben den Waffen versöhnliche Worte

Obwohl Kim in seiner Rede gelobte, seine militärische Macht weiter auszubauen, blieb er in seiner Kritik an den USA zurückhaltend. Die Tatsache, dass Kim an einem selbst auferlegten Moratorium für Atom- und Langstreckenraketenversuche festhält, deutet darauf hin, dass er die Chancen für eine Diplomatie mit den USA nach wie vor am Leben erhalten will. Die Nuklearverhandlungen mit den USA kommen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Kims mit US-Präsident Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr…