Der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramov schrieb auf Twitter, bei der Artillerieattacke in der zweitgrößten Stadt des Landes seien mindestens sieben Menschen getötet worden. Bei dem „nächtlichen Beschuss armenischer Streitkräfte“ auf ein Wohngebiet in Gandscha seien zudem 33 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern sind demnach auch Kinder. Die aserbaidschanische Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, dabei seien fünf Menschen getötet und 28 verletzt worden. Der Angriff verstoße gegen die Bestimmungen der Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung.

Das armenische Verteidigungsministerium wies die Anschuldigungen als „absolute Lüge“ zurück und warf seinerseits Aserbaidschan vor, Wohngebiete in Bergkarabach unter Beschuss zu nehmen. Betroffen sei auch die größte Stadt Stepanakert. Die Angaben der Konfliktparteien konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer des beschossenen Wohngebäudes in Gandscha

In der Nacht zum Samstag hatten sich beide Konfliktparteien unter Vermittlung von Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach stundenlangen Verhandlungen in Moskau auf eine Waffenruhe sowie auf den Beginn „ernsthafter Verhandlungen“ geeinigt. Die Waffenruhe trat am Samstagmittag in Kraft. Seitdem wurde sie jedoch nach Angaben beider Seiten mehrfach gebrochen. Der armenische Außenminister Sohrab Mnazakanjan forderte die Gegenseite auf, die Verabredung zu respektieren.

Mahnung aus Moskau

Russland erinnerte nach den neuen Gefechten die beiden verfeindeten Nachbarn an die strikte Einhaltung der ausgehandelten Waffenruhe. Es sei notwendig, dass an den Vereinbarungen festgehalten werde, betonte das Außenministerium in Moskau am späten Samstagabend. Außenminister Sergej Lawrow habe dies bei Telefongesprächen mit seinen Kollegen aus Aserbaidschan und Armenien nochmals besprochen.

Ein ranghoher Vertreter Aserbaidschans sagte inzwischen jedoch, die Waffenruhe sei nur „vorübergehend“. „Es ist eine…