Fehlinvestition in Corona-Zeiten: 30.000 Visiere aus Plastik wurden völlig umsonst angeschafft und an Lehrer und Lehrerinnen in Hamburgs Schulen verteilt. Der Corona-Schutz sollte eigentlich für einen sicheren Schulalltag sorgen und trotzdem beim Unterrichten nicht stören. Noch Anfang August warb das Gesundheitsamt für die Visiere. Nun änderte die Hamburger Behörde ihre Corona-Schutzregeln und erklärte die Visiere als nicht ausreichend.

Die Visiere sind in Hamburg insgesamt nicht mehr als Corona-Schutz zugelassen. Visiere verstießen gegen den Arbeitsschutz und seien beispielsweise auch in Bars und Restaurants nicht mehr zugelassen, heißt es in einer Mitteilung der Behörde von Anfang Oktober. Sie überprüfte daraufhin stichprobenartig das Servicepersonal in Hamburgs Bezirken Eimsbüttel, Eppendorf und St. Georg.

In Hamburgs Schulen könnten die Lehrer die Visiere nur im Klassenraum tragen, auf dem Pausenhof oder auf den Gängen müssten jedoch entweder eine OP-Maske oder herkömmliche Stoffmasken getragen werden, berichtet die „Hamburger Morgenpost“. Diese Praxis gilt auch schon in anderen Bundesländern.

In Nordrhein-Westfalen gilt bereits seit Anfang August, dass nur im Ausnahmefall Gesichtsvisiere genutzt werden dürfen. Auch das bayerische Landesgesundheitsamt lässt keinen Zweifel offen: „Visier-Schutzmasken sind nicht zur Verhinderung der Virenausbreitung geeignet und erfüllen nicht die Anforderungen des Infektionsschutzes.“

Höhere Infektionsgefahr durch Visiere

Plastik-Visiere sind schon länger in der Kritik. Das Robert Koch-Instituts erklärt auf seiner Webseite, dass die Visiere „nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand“ nicht als Alternative zum Mund-Nasen-Schutz angesehen werden. Visiere oder sogenannte „Face Shields“ könnten die ausgestoßene Luft und die darin enthaltenen Partikel „deutlich schlechter“ zurückhalten.

Eine häufig zitierte Studie kommt aus den USA: Dort berichten Forscher nach Videoanalysen, dass sich infektiöse Atemtröpfchen leicht um…