Aus der Küche duftet es nach Ingwer, Safran und scharfem Masala. Es ist 18 Uhr in Gurgaon, einer Retortenstadt im Metronetz von Neu-Delhi. Hier lebt die Familie Bedi Singh: Mutter Divya, 38, Vater Ishaan, 38, ihr Sohn Zubair, 7, und die vierjährigen Zwillingsmädchen Naaz und Nafisa.

Suman, die Köchin der Familie, bereitet Chicken Biryani vor, ein beliebtes indisches Basmatireis-Gericht mit Hühnchen. Suman sowie zwei Nannys leben bei der Familie. Normalerweise fahren sie einmal im Monat nach Hause, seit der Corona-Pandemie war das nicht mehr möglich.

Indien hat eine der höchsten Infektionsraten, eine Forscherin geht sogar von dem größten Ausbruch weltweit aus, wonach sich bereits 130 Millionen Inder mit dem Virus infiziert haben könnten, so Bhramar Mukherjee im SPIEGEL-Interview. Um die 100.000 Menschen sind im Land bislang an den Folgen gestorben.

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Familie Bedi Singh

Foto: Saumya Khandelwal / DER SPIEGEL

Monatelang waren auch die Kinder der Familien Bedi Singh nur Zuhause. Jetzt rennen sie durchs Wohnzimmer, lachen und zanken. „Sie haben zu viel Energie“, sagt Divya Bedi Singh und lacht. 

Aus dem Fenster blickt man auf die hohen Wohnblöcke Gurgaons, sie symbolisieren den Boom der indischen Wirtschaft: Wo in den Achtzigern noch Bauern ihre Acker pflügten, lebt inzwischen die urbane Elite Indiens – hochgebildete und wohlhabende Unternehmer und junge Familien wie die Bedi Singhs. 

Suman hat den Reis mit Nelken und Lorbeerblättern auf kleiner Flamme köcheln lassen. Dazu gibt es: Raita – gerührter Joghurt mit gehackten Minzblättern und Gurke – sowie Kadai Paneer, eine Art Weichkäse in Gemüsesoße.

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Blick vom Balkon der Familie auf die Retortenstadt Gurgaon

Foto: Saumya Khandelwal / DER SPIEGEL

Lesen Sie in unserer Serie „Zum Abendessen bei …“, was Frauen weltweit bewegt. Bei diesem Essen in Gurgaon erzählt Divya Bedi Singh von ihrem Alltag, was sie gerade am meisten…