Greta Thunberg ist nicht dafür bekannt, sich für Politiker ins Zeug zu legen. Vielmehr klopft sie ihnen immer wieder auf die Finger, weil die meisten Regierungen der Welt ihrer Meinung nach viel zu wenig für den Klimaschutz tun.

„Ich bin mir sicher, dass ihr lieber andere Kandidaten unterstützt hättet – aber was soll’s“, schreibt Thunberg. „Organisiert euch einfach und seht zu, dass alle Biden wählen“, fügte sie hinzu.

Trump äußert immer wieder Zweifel am menschengemachten Klimawandel. Thunberg musste sich wiederholt Spott von ihm gefallen lassen. Nach ihrem Auftritt vor den Vereinten Nationen im September vergangenen Jahres und ihrer berühmten Aussage „How dare you?“, bezeichnete Trump sie ironisch als „fröhliches Mädchen, das sich auf eine „strahlende und schöne Zukunft freut“. Ein anderes Mal schrieb er, Thunberg müsse sich um ihr „Wutbewältigungsproblem“ kümmern.

Der demokratische Kandidat Biden hatte hingegen in der Vergangenheit lobende Worte für Thunberg übrig. Vor einigen Monaten verteidigte er sie: „Welcher Präsident schikaniert einen Teenager? Du (Trump) könntest einiges von Greta lernen, wie man sich als Anführer benimmt.“

Insgesamt hat Biden angekündigt zwei Billionen Dollar, umgerechnet 1,75 Billionen Euro, in den Umbau der US-Energieversorgung investieren. Es gebe heute „kein folgenreicheres“ Problem als den Klimawandel.

Biden will den Energiesektor klimafreundlich umzugestalten. Das werde der „größte Auslöser“ für die Schaffung von Jobs und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der USA „im 21. Jahrhundert“ werden, so Biden im Juli auf einer Wahlkampfveranstaltung. Im Falle eines Wahlsieges wolle er damit den Weg ebnen, dass der US-Energiesektor bis zum Jahr 2035 keine Kohlendioxidbelastung des Klimas mehr verursache.

Icon: Der Spiegel