Der Präsidentschaftswahlkampf 2016 war nicht nur einer der teuersten in der Geschichte der USA, sondern auch besonders, was die Verteilung der Ausgaben angeht: Obwohl Hillary Clinton fast doppelt so viel Geld wie Donald Trump ausgab, konnte die Demokratin am Ende nicht als Siegerin vom Platz gehen. Das passiert in den USA auch bei den Kongresswahlen sehr selten. Meist gewinnt der Kandidat mit der höchsten Summe, die er oder sie im Wahlkampf zur Verfügung hat. Hillary Clinton und ihre Unterstützergruppen gaben insgesamt fast 1,2 Milliarden US-Dollar aus. Donald Trump und seine Unterstützer bezahlten fast 650 Millionen US-Dollar, um potenzielle Wähler zu erreichen.

Donald Trump konnte am Ende vor allem deswegen gewinnen, weil sein Wahlkampfteam mehr Geld für Werbung in den sozialen Medien ausgab. Hillary Clinton setzte gegen Ende auf klassische und auch teurere Fernsehspots. Außerdem erhielt Trump durch seine provokanten Äußerungen im Wahlkampf deutlich mehr Aufmerksamkeit in den Medien als seine Rivalin. Sein größter Einzelspender war Donald Trump allerdings selbst. Zwar gab er nicht, wie vorher angekündigt, 100 Millionen US-Dollar seines Privatvermögens dazu, doch 66 Millionen US-Dollar wanderten immerhin in seinen Geldtopf für den Wahlkampf.

Der diesjährige Wahlkampf könnte der teuerste der US-Geschichte werden: Donald Trump hat bis zum Ende des Sommers 2020 bereits mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar gesammelt. Und auch Joe Biden soll nach Schätzungen die Milliardenmarke bald überschreiten.

Lange gab es Versuche, den Einfluss von Parteispenden in Präsidentschafts- und Kongresswahlkämpfen einzudämmen. Doch das letzte Grundsatzurteil des Supreme Courts machte die meisten dieser Reformen wieder nichtig. Konzerne, Banken, Gewerkschaften, Interessenverbände und andere „unabhängige“ – doch oft von politischen Interessen gesteuerte – Gruppen können seither wieder problemlos indirekt in Wahlwerbung für Kandidaten investieren.

Dazu zählen sogenannte Super-Pacs. Das…