Mitte August ging die Balletttruppe des russischen Musik-Maestros Valery Gergiev in Quarantäne: Am St. Petersburger Mariinsky-Theater waren Dutzende infiziert. Ende September wurde in der französischen Stadt Rouen eine Aufführung von Richard Wagners Oper Tannhäuser abgesagt, nachdem ein Mitglied des Ensembles positiv auf Corona getestet worden war. Dem Operndirektor wurde vorgeworfen, in der Umsetzung der Hygienevorgaben zu lasch gewesen zu sein, die Proben wurden verboten.

Diese Vorfälle schockierten die europäische Klassikwelt. Gerade erst hat das Kulturleben wieder ein bisschen Fahrt aufgenommen, da stellt sich schon wieder die Frage: Sind Konzerte noch sicher?

Kürzere Programme, strenge Vorgaben

Die erste große Institution, die in der Pandemiesaison wieder halbwegs normale Konzertaktivität entfaltete, waren die Salzburger Festspiele, eines der renommiertesten Kulturfestivals der Welt. Die Sonderausgabe im August wurde allerdings als Wagnis wahrgenommen. Vor kurzem hat die Schweiz angekündigt, die Stadt Salzburg als Risikogebiet zu erklären. Von den Neuinfektionen sind jedoch keine auf die Festivalveranstaltungen zurückzuführen.

Louwrens Langevoort – Intendant der Kölner Philharmonie

Ähnlich sieht es bei der Kölner Philharmonie aus. Auch hier ist der Betrieb wieder angelaufen, Infektionsfälle, die auf einen Konzertbesuch zurückzuführen sind, gibt es bisher keine. Intendant Louwrens Langevoort vergleicht sein Haus mit „jemandem, der längere Zeit geruht hat, jetzt wieder am Leben teilnimmt und immer mehr Spaß bekommt, um dieses Leben zu genießen“. Die Bestimmungen für die Philharmonie sind vergleichsweise locker: Nach dem vom Land Nordrhein-Westfalen genehmigten „Schachbrettmuster“ bleibt im Saal zwischen den einzelnen Konzertbesuchern oder Paaren jeweils ein Platz frei. Dadurch darf die Philharmonie mit ihren 2.000 Plätzen etwa zur Hälfte gefüllt werden.

Dennoch kommt das Publikum noch nicht in Scharen wieder, so Langevoort: „Viele der…