Erstmals nach seiner COVID-19-Erkrankung ist US-Präsident Donald Trump öffentlich vor Anhängern aufgetreten. „Ich fühle mich großartig“, sagte er auf dem Südbalkon des Weißen Hauses zu den rund 2000 geladenen Zuhörern. Wie so oft sprach er vom „China-Virus“. Der Erreger, mit dem in den USA mehr als 210.000 Todesfälle in Verbindung gebracht werden, sei nun dabei zu „verschwinden“.

Insgesamt dauerte der Auftritt 18 Minuten. Trump forderte die Menschen, die eng beieinander standen, dazu auf, wählen zu gehen. Eigentlicher Schwerpunkt war jedoch sein Kernthema Law and Order. Es handele sich um einen „friedlichen Protest für Recht und Ordnung“, hatte die Regierung zuvor mitgeteilt.

„Am unteren Ende der Skala“

Trumps Leibarzt Sean Conley hatte am Donnerstag erklärt, der Präsident dürfe ab diesem Samstag wieder öffentliche Termine wahrnehmen. Unklar ist allerdings, ob er noch ansteckend ist. In einem TV-Interview, das am Freitagabend ausgestrahlt wurde, sagte Trump, er sei getestet worden, habe die Werte aber noch nicht bekommen. Er sei virusfrei oder „am unteren Ende der Skala“, behauptete der Präsident. Er bekomme auch keine Medikamente mehr.

Erwartungsfroh: Trump-Anhänger in Washington

Es war das erste Mal seit der Erkrankung, dass Trump längere Zeit auf dem Bildschirm zu sehen war. Davor hatte er bereits telefonische Interviews gegeben. Nach offiziellen Angaben war er am 1. Oktober positiv getestet worden.

„Superspreader-Event“

In den vergangenen Wochen fielen zahlreiche Wahlkampfauftritte des Präsidenten dadurch auf, dass viele Zuschauer weder Mundschutz trugen noch den empfohlenen Abstand einhielten. Ähnlich lief Ende September eine Veranstaltung im Garten des Weißen Hauses ab, bei der die Juristin Amy Coney Barrett als Trumps Kandidatin für das Oberste Gericht vorgestellt wurde.

Danach wurden verschiedene Teilnehmer positiv getestet. Auch Trump und seine Frau Melania könnten sich dort angesteckt haben. Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci sprach…