SPIEGEL: Frau Riesenberg, im Corona-Jahr 2020 arbeiten viele Leute ganz oder teilweise im Homeoffice. Wie wirkt sich das auf die Steuererklärung aus?

Riesenberg: Das kann sich sehr positiv auswirken. Wenn Sie ein eigenes Arbeitszimmer haben, können Sie die Kosten dafür anteilig abrechnen. Genauso Kosten für Büromaterial, einen neuen Computer oder Weiterbildung. Auch Alleinerziehende bekommen eine starke Entlastung. Wir haben ein Beispiel ausgerechnet, nach dem eine Arbeitnehmerin mit 50.000 Euro Bruttoeinkommen durch ihre Arbeit im Homeoffice und den erhöhten Entlastungsbetrag für Alleinerziehende insgesamt 1543 Euro weniger Steuern zahlt.

SPIEGEL: Welche steuerlichen Vorteile haben Alleinerziehende?

Riesenberg: Die sind in diesem Jahr gezielt entlastet worden, weil sie durch geschlossene Schulen und Kitas sehr belastet waren. Die Freibeträge wurden für dieses und das nächste Jahr mehr als verdoppelt – von 1908 auf 4008 Euro.

SPIEGEL: Den größten Posten macht bei den meisten das Arbeitszimmer aus. Viele haben fürs Arbeiten aber keinen eigenen Raum. Genügt es dem Finanzamt, wenn ich meinen Job am Küchentisch erledige?