Die Apothekerkammer in Schleswig-Holstein schlägt Alarm: Tausende Menschen können sich den Angaben zufolge wegen eines Mangels an Impfstoff derzeit nicht gegen Grippe impfen lassen. Täglich beklagten sich deshalb Patienten, sagte Geschäftsführer Frank Jaschkowski der Deutschen Presse-Agentur.

Das Gros der 630 Apotheken im Land habe keinen Impfstoff mehr. Der Unmut sei insgesamt groß, sagte Jaschkowski. Im November werde eine zweite Tranche erwartet. Er gehe davon aus, dass diese nicht reichen werde.

Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) kann von einem Impfstoff-Mangel dagegen nicht die Rede sein. Die nächste Charge werde jetzt an die Großhändler geliefert und von dort an die Praxen weitergeleitet, sagte Sprecher Nikolaus Schmidt. Insgesamt seien 20 Prozent mehr Impfstoff geordert worden als im vergangenen Jahr.

Deutschland verfügt für diese Grippesaison über rund 26 Millionen Impfdosen gegen Influenzaviren, das sind sechs Millionen mehr, als normalerweise eingeplant waren. 

Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät einigen Personengruppen, sich jährlich gegen die Grippe impfen zu lassen, weil sie ein besonders hohes Risiko haben, schwer zu erkranken. Das gilt für alle ab 60-Jährigen und für viele chronisch Kranke, also unter anderem für Menschen mit Diabetes, mit Herz-, Leber- oder Nierenkrankheiten sowie für Menschen mit chronischen Atemwegskrankheiten. Außerdem wird die Impfung allen Schwangeren ab dem 4. Monat, chronisch kranken Schwangeren bereits vor dem 4. Monat empfohlen.

Des Weiteren wird die Impfung auch Menschen nahegelegt, die ein größeres Risiko haben, im Krankheitsfall andere anzustecken, medizinisches Personal zum Beispiel.

Es dauert etwa zwei Wochen, bis der Immunschutz nach der Impfung voll aufgebaut ist. Das RKI empfiehlt, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Aber auch ein späterer Zeitpunkt kann noch sinnvoll sein.

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