Seither werden die Demokratie-Aktivisten auf dem chinesischen Festland festgehalten. Sie wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Protesten gegen die Regierung in Hongkong im vergangenen Jahr angeklagt. Nun seien vier Männer und fünf Frauen festgenommen worden, die dieser Gruppe mutmaßlich bei der Flucht geholfen hätten, teilte die Polizei mit.

Die Beschuldigten hätten das Fluchtboot und Finanzhilfe bereitgestellt, für Unterkunft vor der Überfahrt und den Transport zum Hafen besorgt und Vorkehrungen für das Leben nach der Ankunft in Taiwan getroffen, sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten. Die Behörden schlossen weitere Festnahmen nicht aus.

Umstrittenes „Sicherheitsgesetz“

Seit die Zentralregierung in Peking die Sonderverwaltungszone Hongkong fester in den Griff genommen hat, haben zahlreiche Menschen die Metropole Richtung Taiwan verlassen. Meist reisen sie legal per Flugzeug aus, aber einige sind auch mit Fischerbooten geflohen. Taiwan ist ein begehrtes Ziel für viele Hongkonger, die seit der Verabschiedung des sogenannten Sicherheitsgesetzes ihre Stadt verlassen wollen.

Das seit Juli geltende Gesetz ist der radikalste Einschnitt in die Autonomie der Finanzmetropole, die ihr bei der Übergabe von Großbritannien an China 1997 nach dem Prinzip „Ein Land – zwei Systeme“ für mindestens 50 Jahre zugesagt wurde. Es sieht unter anderem lebenslange Haft als Höchststrafe für zahlreiche Vergehen vor, die Chinas Behörden als Subversion, Abspaltung und Terrorismus werten. Die Führung in Peking reagierte mit dem auch international kritisierten Gesetz auf die Massenkundgebungen der Demokratie-Bewegung gegen die pro-chinesische Regierung in Hongkong, die im Juni 2019 begonnen und monatelang das öffentliche Leben in der Stadt lahmgelegt hatten.

kle/ml (rtr, afpe)