Weil sie Demokratie-Aktivisten bei einem Fluchtversuch nach Taiwan geholfen haben sollen, sind in Hongkong neun Menschen festgenommen worden. Die Verdächtigen seien wegen „Unterstützung von Straftätern“ in Gewahrsam, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Sie hätten das Boot zur Flucht, die finanziellen Mittel sowie den Transport zum Pier organisiert.

Die chinesische Küstenwache hatte Ende August ein Schnellboot abgefangen, das zwölf Demokratie-Aktivisten nach Taiwan bringen sollte. Taiwan bietet Menschen Zuflucht, die vor dem wachsenden Einfluss der autoritären Regierung in Festlandchina fliehen. Einige der an Bord befindlichen Aktivisten wurden in Hongkong wegen der prodemokratischen Proteste des vergangenen Jahres strafrechtlich verfolgt.

Das Gesetz stellt den bislang schwersten Eingriff in den Autonomiestatus von Hongkong dar. Der früheren britischen Kronkolonie waren bei ihrer Übergabe an China im Jahr 1997 für 50 Jahre Sonderrechte gewährt worden, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Fotoausstellung in Macau mit Bildern von Protesten geschlossen

In der Sonderverwaltungszone Macau wurde derweil eine Fotoausstellung des renommierten World Press Photo Awards ohne Begründung geschlossen. Unter anderem enthielt sie preisgekrönte Bilder von den Protesten in Hongkong.

„Während die Gründe für die Schließung unklar bleiben, verfolgen wir örtliche Medienberichte, die vermuten lassen, dass sie das Ergebnis eines externen Drucks auf den Inhalt der Ausstellung sein könnten“, sagte Laurens Korteweg, Ausstellungsdirektor der World Press Photo Foundation. Wie Hongkong ist Macau eine ehemalige Kolonie, der bei der Rückgabe an China Sonderrechte gewährt wurden.

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