Die Bundesregierung hat die zwischen Armenien und Aserbaidschan vereinbarte Feuerpause begrüßt. Deutschland rufe beide Seiten auf, „den Waffenstillstand zu respektieren und weitere Opfer unbedingt zu vermeiden“, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Armenien und Aserbaidschan müssten jetzt intensiv an einer friedlichen und dauerhaften Lösung des Konflikts um Berg-Karabach arbeiten.

Nach fast zwei Wochen schwerer Gefechte in der umkämpften Kaukasusregion hatten sich beide Seiten darauf verständigt, ab Samstagmittag (Ortszeit) die Waffen schweigen zu lassen. Außerdem wolle man „ernsthafte Verhandlungen“ beginnen, hieß es nach einem Außenministertreffen in Moskau, das unter Vermittlung Russlands stattfand.

Treffen in Moskau: Außenminister J. Bayramov (Aserbaidschan), S. Lawrow (Russland) und S. Mnazakanjan (Armenien)

Schon unmittelbar nach Inkrafttreten der Waffenruhe warfen sich die Konfliktparteien gegenseitig vor, die Feuerpause verletzt zu haben. Im Laufe des Samstags wurde es in Stepanakert, der faktischen Hauptstadt von Berg-Karabach, dann jedoch ruhiger: Die Bombenangriffe hörten auf, die Alarmsirenen verstummten. Die Straßen blieben jedoch weitgehend leer. Nur wenige Bewohner verließen ihre Häuser, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen.

Wurzeln des Konflikts reichen lange zurück

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 1990er Jahren ein Krieg mit rund 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

Nach einer längeren Zeit relativer Ruhe war der Konflikt um Berg-Karabach und angrenzende Gebiete Ende September wieder aufgeflammt. Seitdem gab es täglich heftige Kämpfe, bei denen wohl Hunderte Soldaten und auch etliche Zivilisten starben.

wa/cw (afp, dpa)