Iga Swiatek, als Nummer 54 der Welt ins Turnier gegangen, bezwang am Samstag im Finale von Paris Sofia Kenin (USA) mit 6:4, 6:1 und ist nach einer weiteren beeindruckenden Leistung der erste Grand-Slam-Champion ihres Heimatlandes im Einzel. Gleichzeitig avancierte sie zur jüngsten French-Open-Siegerin seit Monica Seles 1992.

Durch den Triumph von Roland Garros streicht Swiatek, die als erste Spielerin seit der Belgierin Justine Henin 2007 im gesamten Turnier ohne Satzverlust blieb, ein Preisgeld von 1,6 Millionen Euro ein und klettert in der Weltrangliste auf Rang 17. Titelverteidigerin Ashleigh Barty (Australien) war in diesem Jahr gar nicht in Paris angetreten.

Viel Mut und Power

Swiatek hatten vor dem Turnier nur wenige Experten auf dem Zettel – umso überraschender war, wie der Teenager mit ganz viel Mut und Power ins Finale gestürmt war. Nur einmal seit der Einführung der Weltrangliste 1975 hatte es eine Spielerin mit einem schlechteren Ranking ins Finale von Paris geschafft.

Swiatek, die als zweite Polin nach Jadwiga Jedrzejowska 1939 im Finale von Roland Garros stand, knüpfte im Endspiel an ihre starken Leistungen im Turnier an. Im Achtelfinale hatte sie etwa der absoluten Turnierfavoritin Simona Halep (Rumänien) beim 6:1, 6:2 nicht den Hauch einer Chance gelassen – und auch Kenin setzte sie mit einem aggressiven Start sofort unter enormen Druck. 

Schon nach acht Minuten stand es 3:0 für die Polin. Doch Kenin, die sich vor dem Match als „Problemlöserin“ bezeichnet hatte, ließ sich von diesem Blitzstart nicht irritieren, zwang Swiatek mit ebenfalls Power-Tennis zu Fehlern und holte sich das Rebreak. Es entwickelte sich ein hochinteressantes Match zweier offensiver Spielerinnen, nach 49 Minuten sicherte sich Swiatek den ersten Satz. 

Swiatek lässt sich nicht beirren

Beim ersten Aufschlag offenbarte Swiatek jedoch große Probleme, sie gab direkt das erste Service des zweiten Satzes ab. Wesentlich wohler fühlte sie sich aber sowieso beim Return – unglaubliche 70…