Auch ein nachgebesserter Vorschlag der US-Regierung für Corona-Hilfen stößt auf Kritik von oppositionellen Demokraten und den Republikanern von US-Präsident Donald Trump. Die Präsidentin des Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, bemängelte an dem neuen Paket, es fehle ein strategische Plan gegen die Seuche.

Zudem gebe der Vorschlag Trump zu viel Macht, um über die Verteilung der Mittel zu entscheiden. Trump hatte den Umfang der Hilfen in seinem Vorschlag von 1,6 Billionen Dollar auf 1,8 Billionen Dollars aufgestockt. Die Demokraten forderten ursprünglich Hilfen von 2,2 Billionen Dollar. Es gebe noch viele Differenzen, schrieb Pelosi an Demokratische Abgeordnete zum Stand der Verhandlungen.

Dennoch erklärte die Präsidentin des Repräsentantenhauses, sie habe trotz dieser großen Differenzen Hoffnung, dass das jüngste Angebot „uns einer Einigung auf ein Konjunkturpaket näherbringt“, um der Pandemie und der Wirtschaftskrise zu begegnen. „Wir hoffen, bald Fortschritte zu machen“, schrieb sie in einem von ihrem Büro veröffentlichten Brief an die Abgeordneten. 

Bei einer Telefonkonferenz mit Finanzminister Steven Mnuchin und dem Chef des Präsidialamtes Mark Meadows kritisierten viele republikanische Senatoren den Umfang der Hilfen, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person. Im Senat haben die Republikaner die Mehrheit, im Repräsentantenhaus die Demokraten. Die Hilfen müssen beide Kammern passieren. Wegen der vielen Schwierigkeiten schwinden Hoffnungen, die Hilfen könnten vor der Präsidentenwahl am 3. November beschlossen werden. Die Diskussion über ein Hilfspaket wird an den US-Börsen aufmerksam verfolgt. 

Icon: Der Spiegel