Ein Kommentar von Hermann Ploppa.

Unser Außenminister Heiko Maas betreibt in seiner Freizeit bekanntlich Triathlon. Immer wieder wird davon in der Fachliteratur gesprochen, dass bei Ausdauer-Extremsportarten sich durch Veränderung des Sauerstoffgehaltes im Blut des Athleten bei Selbigem Bewusstseinsveränderungen vollziehen können, die denen von psychedelischen Drogen ähneln. Euphorische Zustände und intensivierte Wahrnehmung können sich einstellen. Analog zum Genuss von LSD oder Ecstasy. Wir wissen natürlich nicht, ob das bei unserem Außenminister auch der Fall ist. Wenn man sich allerdings so manche Äußerungen von Maas oder seinem beratenden Umfeld so anschaut, muss man sich die bange Frage stellen, ob die Lenker der deutschen Außenpolitik noch in der Lage sind, die Realitäten in angemessener Weise zu erfassen und ebenso angemessen darauf zu reagieren.

Schauen wir uns zum Einstieg die Reaktion der Bundesregierung auf die angebliche Vergiftung des vergleichsweise unbedeutenden Oppositionspolitikers Nawalny an. Nawalny wurde aus Russland ausgeflogen und in der durch ihren Spitzenmediziner Christian Drosten weltweit berühmt gewordenen Charité in Berlin medizinisch bearbeitet. Wie bereits das vorgebliche Nowitschok-Opfer Skripal erwachte auch Nawalny wie durch ein Wunder aus dem Koma – obwohl Nowitschok sich doch gerade durch seine buchstäblich todsichere Wirkung auszeichnen soll. Nun ja, wir wissen, dass die Charité einige Koryphäen der Heilkunst in ihren Gemäuern beherbergt. Aufgrund ärztlicher Kunst ist also Nawalny dem Sensenmann heldenhaft entrissen worden, um uns jetzt in der Bild-Zeitung (…) auf der Titelseite mit stählernem Blick zu zerschneiden. BILD-Unterschrift: Schröder ist ein Laufbursche Putins <1>.

Denn Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, unstreitig ein Männerfreund des russischen Präsidenten Wladimir Putin, hatte es gewagt, das Narrativ von der Nowitschok-Vergiftung des Nawalny infrage zu stellen…