Die US-Seuchenschutzbehörde (Centers for Disease Control and Prevention, kurz C.D.C.) wollte mit einer Verordnung Passagiere und Mitarbeiter öffentlicher Verkehrsmittel dazu verpflichten, Masken zu tragen. Laut einem Bericht der „New York Times“ wurde die Verordnung jedoch vom Weißen Haus blockiert.

Jeden Tag infizieren sich mehr als 40.000 US-Amerikaner mit dem Coronavirus. Der Vorschlag der Behörde wäre die bislang schärfste Sicherheitsmaßnahme zur Eindämmung der Virusverbreitung gewesen. Zwei Beamte, die anonym mit der US-Zeitung gesprochen haben, sagten, Gesundheitsminister Alex Michael Azar II. habe das Vorhaben unterstützt. Doch die Coronavirus-Task-Force im Weißen Haus habe sich geweigert, überhaupt darüber zu diskutieren. Sie wird von Vizepräsident Mike Pence geleitet.

Die Verordnung hätte Menschen dazu verpflichtet, Masken in Flugzeugen, Zügen, Bussen und in der U-Bahn sowie an Flughäfen und Bahnhöfen zu tragen. Alle Richtlinien zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus müssen von der Task Force gebilligt werden.

Ein Mitglied der Task Force sagte laut dem Bericht, die Entscheidung, Masken vorzuschreiben, sollte den Bundesstaaten und einzelnen Regionen überlassen bleiben. Die Situationen – und damit auch die Reaktionen auf Einschränkungen – seien in verschiedenen Regionen des Landes sehr unterschiedlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Task Force im Weißen Haus eine CDC-Maßnahme: Ende vergangenen Monats blockierte die Arbeitsgruppe eine Anweisung, mit der Kreuzfahrtschiffe bis Mitte Februar nicht mehr fahren sollten. Die Tourismusbranche in Florida hatte diesen Plan vehement abgelehnt. Florida ist ein wichtiger Swing-State bei den Präsidentschaftswahlen.

Icon: Der Spiegel