Während die Infektionszahlen in Deutschland drastisch ansteigen, regt sich Kritik an den uneinheitlichen Corona-Beschränkungen der Bundesländer. Bürger aus Risikogebieten dürfen in manchen Bundesländern nur gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests „beherbergt“ werden – je nachdem, woher sie kommen und wohin sie wollen. Wollen zum Beispiel Reisende aus Köln an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen, dann müssen sie erst mal in Quarantäne, in Hamburg dürfen sie dagegen übernachten.

Was gilt wo, wer darf wohin reisen, wie viele Fans dürfen wo ins Fußballstadion? Die Verwirrung ist groß, der Frust auch.

Derweil versucht Berlin, mit Sperrstunde und Alkoholverbot eine weitere massive Ausweitung des Coronavirus zu verhindern – das erste Mal seit mehr als 70 Jahren, dass dieses Restriktionsinstrument wieder zum Einsatz kommt.

In Frankfurt am Main gelten seit dieser Woche ebenfalls strengere Corona-Schutzmaßnahmen. Die Stadt liegt mit über 55 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern im roten Bereich. Da ist es sicher richtig, eine öffentliche Maskenpflicht sowie Alkoholverbote, eine Sperrstunde in der Gastronomie, und maximal 25 Gäste bei privaten Feiern im öffentlichen Bereich zuzulassen.

Doch werden auch hier merkwürdige Ausnahmen gemacht: Am Freitag eröffnete Frankfurts Oberbürgermeister im Stadtzentrum eine Kirmes „Herbst in der Stadt“. Vier Wochen lang sollen sich hier Tausende Besucher zwischen den kleinen Ständen auf dem Rummelplatz tummeln.

Industrie-Dachverbände kritisieren die Politik

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisiert „unkoordinierte Regelungen“ bei Beherbergungsverboten. Dies sorge aktuell für große Verunsicherung bei den Unternehmen, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schließlich hätten gerade die Betriebe in der Tourismuswirtschaft sichere Hygienekonzepte ausgearbeitet, digitale Lösungen entwickelt und sich unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert. In der…