Seine Karriere als Hollywood-Star verlief nicht wirklich gradlinig. Anfangs musste er sogar herbe Misserfolge einstecken. Dann aber entwickelte sich Willem Dafoe zu einem der gefragtesten Schauspieler seiner Generation. Nach vier Oscar-Nominierungen kann er der langen Liste seiner Auszeichnungen nun den Hauptpreis der „B3 Biennale des bewegten Bildes 2020“ hinzufügen, den sogenannten B3 BEN Award in der Kategorie „Most Influential Artist“.

Holpriger Start für Dafoes Karriere

Schon als Jugendlicher entscheidet sich Willem Dafoe dafür, Schauspieler zu werden. Mit 17 beginnt er Theaterwissenschaften zu studieren, aber das ist ihm viel zu theoretisch. Er schließt sich einer experimentellen Theatergruppe an, die quer durch die USA und Europa tourt. Die abwechslungsreiche Arbeit – nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen – schult die Präzision seiner Aufmerksamkeit.

Den ersten Filmauftritt verschafft ihm US-Regisseur Michael Cimino in dem Westernepos „Heaven’s Gate“ (1980). Aber Dafoe fliegt am Set raus, seine Nebenrolle fällt am Schluss dem Schnitt zum Opfer. In der endgültigen Version findet der temperamentvolle Jungschauspieler nicht mehr statt.

Aufmerksamkeit erringt Willem Dafoe in den USA mit dem Actionfilm „Straßen in Flammen“ (1984), in dem er den coolen Boss einer Motorradgang spielt. Auch in dem Hollywoodfilm „Leben und Sterben in L.A.“ (1985) fällt er auf. Ein Jahr später bringt ihm sein Part als Sergeant Elias in dem Vietnamdrama „Platoon“ von Regisseur Oliver Stone eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ein.

Vier Oscar-Nominierungen

Dafoe, der am 22. Juli 1955 in Appleton (Wisconsin) geboren wird, lässt sich von Rückschlägen nicht unterkriegen. Selbst die Goldene Himbeere, für die er 1993 als schlechtester Schauspieler und 1997 als schlechtester Nebendarsteller nominiert wird, spornt ihn an. Er ist zäh, ausdauernd und macht eben auf seine Art eine beeindruckende Karriere. Seinen amerikanischen Geburtsnamen William…