Meinung

Braunkohleabbau
Wer genau hat den Hambacher Forst gerettet? Armin, der Trittbrettretter, jedenfalls nicht

Plötzlich findet Armin Laschet den „Hambi“ wertvoll und erhaltenswert

© Peter Steffen / DPA

von Rolf-Herbert Peters
09.10.2020, 17:06 Uhr

Mit einer Leitentscheidung zum NRW-Braunkohleabbau steht fest: Fünf weitere Dörfer müssen den Baggern weichen, aber der Hambacher Forst bleibt. Ministerpräsident Armin Laschet schreibt sich die Rettung auf die Fahne. Was für eine Heuchelei! 

Wie gut, dass es Twitter gibt. Denn dort kann man schlechte Nachrichten, die man zu guten umfrisiert hat, ungestört in die Welt zwitschern. Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat jüngst davon Gebrauch gemacht. Seiner Community verkaufte er die neue Leitentscheidung zum Braunkohleabbau in NRW wie folgt als eigene Erfolgsstory: „Der #HambacherForst wird gerettet, 1,2 Milliarden Tonnen Braunkohle bleiben im Boden, größte CO2-Reduzierung und Strukturwandel beginnen.“

Für Mensch und Natur ist diese Interpretation ein Hohn. Zum einen wurde der Hambacher Forst, der sich in den Siebziger Jahren auf rund 4100 Hektar erstreckte, schon zu 95 Prozent von den Kohlebaggern weggeknabbert. Der Rest des einst mächtigen Walds taugt höchstens noch als…