Die Pistolen werden knapp
Boom vor US-Wahl: Wer bis jetzt noch kein Sturmgewehr hatte, besorgt sich nun eines

Alycia Brewer übt mit ihrer AR-15 in der Boondocks Firearms Academy in Jackson, Mississippi

© Chandan Khanna / AFP

Vor jeder Präsidentschaftswahl finden Waffen in den USA reißenden Absatz. Aber dieses Jahr sind Sturmgewehre und Munition besonders beliebt. „Wegen des politischen Klimas und der Unruhen“, wie ein Neuwaffenbesitzer sagt.

Zum 36. Hochzeitstag haben sich Brenda Dumas und ihr Mann etwas Besonderes gegönnt: Einen Schießkurs in der Boondocks Firearms Academy, einem Vorort von Jackson im Bundesstaat Mississippi. Breitbeinig und mit Gehörschutz zielt Dumas mit ihrer funkelnagelneuen Pistole auf eine Pappscheibe. „Haut rein!“, feuert der Ausbilder sie an. „Ich möchte mich schützen können“, sagt die weiße Frau. „Wegen der ganzen Gewalt, die man im Fernsehen sieht, fühle ich mich nicht mehr so sicher.“ Deshalb hat Dumas sich die erste Waffe ihres Lebens zugelegt.

Sie ist nicht allein: Angeheizt durch die Corona-Pandemie und die teilweise von Gewalt begleiteten Anti-Rassismus-Proteste sind die Waffenverkäufe in den USA vor der Präsidentschaftswahl am 3. November deutlich angestiegen.

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