Ob neue Fenster, der Bau von Ladesäulen in der Tiefgarage oder gar umfassende Sanierungen am ganzen Haus: Die Frage, welche Rechte und Pflichten sich aus gemeinschaftlichem Eigentum ergeben, stellt Wohnungseigentümer regelmäßig vor Herausforderungen oder sorgt sogar für Streit. Eine grundlegende Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) soll jetzt einen Beitrag leisten, dass es wieder friedlicher zugeht – auch für die häufig eingesetzten Verwalter, deren Befugnisse zeitweise heftig umstritten waren.

Warum wird das Gesetz reformiert?

In seiner bisherigen Form gilt das WEG bereits seit 1951. Damals sollte es den Wohnungsbau stärken und so breiten Bevölkerungsschichten den Erwerb einer Eigentumswohnung ermöglichen. Klimaschutz, die Digitalisierung oder der demografische Wandel spielten damals allerdings noch keine Rolle.

In all den Jahren wurde das WEG zwar mehrfach angepasst, aber nie grundlegend überholt. Die Reform gilt daher als überfällig. Dem Verband Wohnen im Eigentum (WiE) zufolge betreffen die Änderungen die Eigentümer von rund zehn Millionen Wohnungen in Deutschland.

Was ändert sich?

Ein zentraler Punkt der Reform ist, dass Modernisierungen künftig einfacher möglich sein sollen – vor allem mit Blick auf energetische und altersgerechte Sanierungen oder auch den Einbau von Ladestationen für Elektroautos. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt, dass hierdurch ein wesentliches Hindernis für den Durchbruch der Elektromobilität aus dem Weg geräumt werde. Außerdem soll die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums effizienter werden.

Was bedeutet das für Wohnungseigentümer?

Bestimmte Baumaßnahmen können Eigentümer künftig auf eigene Faust veranlassen, also ohne Zustimmung der Miteigentümer – vorausgesetzt, sie tragen die Kosten dafür selbst. Das gilt für die sogenannten Wallboxen ebenso wie etwa für einbruchsichere Fenster und Türen, einen Treppenlift oder Glasfaseranschluss.

In anderen Fällen gelten künftig geringere…