Fast 700 Millionen Frauen, Männer, Kinder sind weltweit akut mangelernährt, leiden Hunger.

Zum Beispiel in Syrien: In der Stadt Azaz, nahe der türkischen Grenze, durchwühlen Menschen den Müll, sie suchen dort nach Essbarem, sie betteln. Es gibt Familien, die Mahlzeiten ausfallen lassen. Für Millionen Syrerinnen und Syrer ist das Alltag. In der Coronakrise stieg der Preis für Lebensmittel in dem Bürgerkriegsland zuletzt so stark, dass sich viele ihr tägliches Brot nicht mehr leisten konnten.

Oder im Jemen. Das Land ist zerstört vom Krieg, das Gesundheitssystem liegt in Trümmern, Ärzte sind geflohen. Die Menschen müssen sich verschulden, um noch Nahrungsmittel einkaufen zu können. Fleisch, Milchprodukte, Obst, Gemüse kommen fast nirgends mehr auf den Tisch. 20 Millionen Jemeniten sind geschwächt, akut mangelernährt, anfällig für Krankheiten wie die Cholera – und das Coronavirus.

Oder in der Sahelzone. In Burkina Faso, Mali und Niger sind knapp eine Million Menschen vertrieben, Extremisten führen in der Region seit Jahren Krieg gegen die nationalen Armeen, die Menschen müssen fliehen vor Gewalt, sie verarmen. Dazu kamen in den vergangenen Jahren immer wieder Dürren, Ernteausfälle, Hungersnöte.

Nun hat eine Organisation den Friedensnobelpreis erhalten, die sich zum Ziel gesetzt hat, diesen Hunger zu beenden, und das bis zum Jahr 2030: Das Nobelkomitee zeichnete am Freitag in Oslo das Welternährungsprogramm WFP der Vereinten Nationen aus.

Es gehe darum, Aufmerksamkeit auf Millionen Menschen zu richten, die Hunger leiden oder von Hunger bedroht sind, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen. Hunger und bewaffnete Konflikte seien in einem „Teufelskreis“ miteinander verbunden: Krieg und Konflikte könnten Hunger auslösen, eine schlechte Lebensmittelversorgung und Hunger könnten zu Konflikten führen. Hunger zählt zu den ältesten Kriegsmitteln der Welt.

Die Corona-Pandemie habe den Hunger in vielen Ländern noch vergrößert. In Ländern wie…