Ein Mann klopft an eine Tür und nach ein paar Augenblicken öffnet John Lennon. Im britischen Filmerfolg „Yesterday“ aus dem Jahr 2019 sucht der Protagonist einen noch lebenden Lennon auf, der statt einer Karriere als Musiker zur See gefahren ist und nun in seinem kleinen Häuschen direkt am Strand einer englischen Küste seinen Lebensabend mit Malen verbringt.

Alt zu werden, ist John Lennon nicht vergönnt gewesen. Kurz nach seinem 40. Geburtstag wurde der Sänger am 8. Dezember 1980 in New York von einem Attentäter erschossen. Doch wie hätte Lennon, der am 9. Oktober seinen 80. Geburtstag feiern würde, wohl weiter gelebt? Hätte er sich im Alter vielleicht wirklich in ein Haus am Strand zurückgezogen?

„Das ist schwierig zu beantworten, aber er hatte noch Pläne“, sagt Rainer Moers, Gründer des Beatles-Museum Halle und Autor von „Die Beatles – Geschichte und Chronologie“. Zunächst wäre Lennon damals vermutlich auf Tour gegangen, sein zehntes Album „Double Fantasy“ war nur drei Wochen vor seinem Tod erschienen und hatte einige Gerüchte ausgelöst. „Es hieß, die Tournee könnte Lennon nach langer Zeit wieder nach England führen“, sagt Rainer Moers. Gesichert seien diese Mutmaßungen nicht gewesen.

Attentat als Kaufanreiz

Das Attentat diente als makabrer Kaufanreiz für „Double Fantasy“, das bis heute das am häufigsten verkaufte Soloalbum Lennons ist. „So ist das Geschäft“, sagt Rainer Moers, „es wird dem Album aber nicht gerecht, das wirklich viel besser ist als manche seiner Vorgänger.“ 1982 wurde es mit einem Grammy zum Album des Jahres gekürt.

Nur einen Steinwurf von seiner Wohnung entfernt: Die Gedenkstätte für John Lennon im New Yorker Central Park

Lennon hatte vor den Aufnahmen zu seinem letzten regulären Album eine mehrjährige Pause eingelegt, um als Hausmann mit seinem zweiten Sohn Sean mehr Zeit verbringen zu können, mehr Zeit als zuvor mit seinem Sohn Julian aus der Ehe mit seiner ersten Frau Cynthia. Nach einiger Zeit bemerkte Yoko Ono jedoch…