Digitalisierung
Keine Stempel mehr: Japan erwägt digitale Eheschließungen

Hanko-Stempel in Japan

© TOSHIFUMI KITAMURA / AFP

Wer in Japan heiraten oder sich scheiden lassen will, der braucht einen Stempel – denn ohne Bürokratie geht wenig in dem asiatischen Land. Doch das könnte sich nun ändern. Ein Grund ist unter anderem Corona.

Japan denkt über die Digitalisierung von Eheschließungen und Scheidungsanträgen nach. Wie japanische Medien am Freitag unter Berufung auf Justizministerin Yoko Kamikawa berichteten, prüft ihre Regierung zu diesem Zweck, die bislang nötigen Stempel – in Japan „hanko“ genannt – unter solchen Anträgen abzuschaffen.

Die Anforderung könne abgeschafft werden, da für solche Dokumente keine offiziellen Siegel benötigt würden, sagten Ministerialbeamte der Nachrichtenagentur Kyodo. Man werde dafür werben, diese Prozesse online zu stellen, so Kamikawa. Laut Kyodo sollen nicht nur bei Eheschließung und Scheidung, sondern bei 35 von insgesamt 44 Verfahren die „hankos“ abgeschafft werden. Bereits am Mittwoch hatte Japans Premierminister Yoshihide Suga seine Regierung angewiesen, Pläne für das Aus der Stempel auf Verwaltungsdokumenten auszuarbeiten. 

Digitalisierungsoffensive in Japan