Als Gabor Steingart Anfang Mai ablegte, fehlte ihm zu seinem Glück nur noch eine First Lady. Der Medienunternehmer hatte den Start seiner neuen, schwimmenden Redaktion groß geplant. Die Crew auf der „PioneerOne“, einem 40 Meter langen und 7 Meter breiten „Redaktionsschiff“, das Steingart nahe Bonn bauen ließ, sollte nicht wie ein gewöhnliches Medien-Start-up einfach anfangen. Sie sollte eine siebentägige Jungfernfahrt nach Berlin unternehmen, intern „Schöpfungsreise“ genannt. Neben Steingart auf dem Sonnendeck: Größen aus Politik und Wirtschaft, zum Einlauf in der Hauptstadt ein internationaler Showact.

Der Stargast des Spektakels aber sollte heller strahlen. Steingart wünschte sich Michelle Obama, die Gattin des ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, für die Party nach der Jungfernfahrt. Auch Papst Franziskus I. sei mal Teil der Überlegungen gewesen, erzählen Beteiligte. Steingart auf Augenhöhe mit Gottes Stellvertreter auf Erden.

Durch Corona wurde am Ende nichts aus den Ideen. Weder der Papst noch Obama kamen an Bord. Dafür schaute VW-Chef Herbert Diess kurz vorbei, als Steingarts Schiff auf dem Mittellandkanal an Wolfsburg vorbeischipperte.