Ehe Donald Trump verwundbar wurde, hat er ganze Länder als Dreckslöcher betitelt, die Mexikaner als Vergewaltiger abgestempelt, in seinen Twitter-Gewittern hat er wahllos Fernsehmoderatorinnen, Schauspieler, Sportler, Funktionäre beschimpft. Er hat die Absetzung von Abgeordneten verlangt, Senatorinnen beleidigt, die Justiz attackiert, die Wissenschaft verspottet, er hat Menschen mit Behinderung nachgeäfft und das Andenken gefallener Soldaten beschmutzt. Groß geschadet hat ihm das die längste Zeit nicht.

Ehe Donald Trumps Macht zu bröckeln begann, untergrub er mit aggressiver Energie das von der Verfassung besonders geschützte Grundrecht auf Presse- und Meinungsfreiheit, er säte Misstrauen gegenüber Fakten und ließ keine Gelegenheit zur Verbreitung spalterischer Propaganda aus. Er hat Neonazis in Charlottesville als „gute Leute“ bezeichnet und im Fernsehduell mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden vor 70 Millionen Zuschauern einen Gruß an die Rassistenbewegung der „Proud Boys“ geschickt. Kritikern und Gegnern hat er damit gedroht, sie ins Gefängnis zu werfen, und in jüngster Zeit schwadronierte er darüber, ohne Anlass oder Beleg, dass die Briefwahl dem Wahlbetrug Tür und Tor öffne. Es hat ihm alles nicht geschadet, all die Jahre.