Steigende Infektionszahlen, zerrüttete Volkswirtschaften und eine hohe Dunkelziffer: Viele lateinamerikanische Länder leiden stark unter der Corona-Pandemie. Und nun beginnt auf dem Kontinent der Frühling. Zum Beispiel in Brasilien. Blamar Silva wurde in Sao Paolo auf Corona getestet – negativ.

Blamar Silva, Schlosser
„Die Infektionszahlen waren hoch, jetzt sind sie niedriger, das beruhigt mich. Ich hoffe, das ist bald alles vorbei. Ob du willst oder nicht, du muss t dich auch mal entspannen. Und auch Arbeit muss sein. Es gibt kein Land auf der Welt, das seine Menschen für sechs Monate einsperren kann. Die Leute müssen arbeiten. Es gibt viele, die Hunger leiden.“

Brasiliens Wirtschaft steckt in ihrer tiefsten Krise überhaupt – auch deshalb drängt Staatspräsident Jair Bolsonaro auf eine Rückkehr zur Normalität. Bolsonaro hat die Pandemie von Anfang an verharmlost, Brasilien ist nach den USA weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen. Am 6. Oktober stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Brasilien auf fünf Millionen.

Robert Medronho, Epidemiologe, Universität Rio de Janeiro
„Die wahre Zahl ist viel höher, weil wir wenig testen und eine hohe Dunkelziffer haben. Wir werden sehr bald 150.000 Tote haben, eine beängstigende Zahl.“

Die Zentralregierung arbeitet seit Monaten gegen die strengeren Einschränkungen der Bundesstaaten. An dieser Linie änderte sich auch nichts, als Bolsonaro selbst an Covid erkrankte.

Rossiele Soares, Bildungsministerin Sao Paolo
„Seit heute sind die Schulen wieder geöffnet, sowohl die privaten als auch die öffentlichen. Mit einer Belegung von 35%, aber ohne Anwesenheitspflicht.“

 Robert Medronho, Epidemiologe, Universität Rio de Janeiro
„Der Frühling ist da, die Temperaturen steigen. Die Strände füllen sich, und auch die Bars und Restaurants. Viele setzen keine Masken auf und halten sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen.“

Auch in Argentinien steigen die Infektionszahlen. Die Wirtschaft des Landes war schon vor der Pandemie…