Christian Lüths offizielle Tätigkeit für die AfD ist Geschichte. Fristlos wurde der frühere Pressesprecher der Bundestagsfraktion kürzlich entlassen. Der Grund: In heimlich aufgezeichneten TV-Aufnahmen des Senders ProSieben hatte er über die „Vergasung“ und „Erschießung“ von Migranten fabuliert. Sätze, die der 43-Jährige anschließend in einer Stellungnahme als „nicht entschuldbar“ bezeichnete.

Lüth, Vater von vier Kindern, muss sich nun um neue berufliche Perspektiven kümmern. Das dürfte nicht einfach sein, sein Name ging durch die Medien, machte sogar in internationalen Sendern wie CNN Schlagzeilen. Wer bei der AfD beschäftigt war, hat es ohnehin auf dem freien Berufsmarkt schwer.

Christian Lüth ist tief gefallen. Einst in der FDP war er 2013 zur AfD gestoßen, arbeitete bis 2018 auch als Parteisprecher und war über viele Jahre enger Mitarbeiter des heutigen Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland.

Ausgestanden ist die Angelegenheit für die AfD mit der Entlassung nicht, selbst wenn man nun mit großem Eifer zu betonen versucht, von nichts eine Ahnung gehabt zu haben.

Erst diese Woche teilte die Fraktion mit Blick auf Lüths menschenverachtenden Äußerungen mit, der Vorstand habe zu „keiner Zeit“ über Informationen verfügt, die „über den Charakter von unbestimmten Gerüchten, widersprüchlichen Aussagen und unbelegten Vorwürfen“ hinausgegangen seien und „die ein früheres Handeln gerechtfertigt hätten“.

Wusste Lüth zu viel?

Dabei hatte Lüth zuletzt auch Ärger mit der Justiz. Bei der Staatsanwaltschaft Berlin liegt nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ eine Strafanzeige vor, es soll dabei um nicht näher definierte Gewalt gegen eine Frau gehen. Lüth sagt, die Anzeige sei der „Rachefeldzug“ einer Frau, die sich „der AfD und mir angedient“ habe und enttäuscht worden sei.

Es ist aber noch nicht alles: Nach SPIEGEL-Informationen stand Lüth kurz vor seiner Entlassung wegen Körperverletzung vor Gericht. Lüth war offenbar mit einer Radfahrerin…