Welcher Eyeliner verschmiert am wenigsten, wie bekomme ich einen flachen Bauch und welches Muster passt am besten zu einer Röhrenjeans? In Deutschland geht es beim Stichwort „Influencer“ in der Regel um Schminktipps und Modefragen. Während die Netzgemeinde durchaus politisch aktiv ist, sind politische Kommentare von YouTubern wie LeFloyd oder Rezos viel diskutierte und preisgekrönte „Zerstörung der CDU“ eher selten.

Das mag an den vergleichsweise angenehmen Lebensumständen in Deutschland liegen. In anderen Ländern und Regionen der Welt steigt dagegen die Zahl der Influencer, die aufgrund repressiver politischer Systeme, mangelnder Menschenrechte und der Verfolgung Oppositioneller eine wichtige Gegenöffentlichkeit repräsentieren.

Drei von ihnen diskutierten am Montag (21. September) mit DW-Moderatorin Rachel Stewart im Rahmen des Global Media Forums  digital zum Thema: „The power of influencers and what they mean for democracy“ (Die Macht der Influencer und was sie für die Demokratie bedeuten). In der Runde ging es auch um die Frage, welche Rolle die sozialen Medien in einer sich verändernden Medienwelt einnehmen, in der viele Menschen ihre Informationen nicht mehr (nur) von traditionellen Medien beziehen.

„Sie können den Hashtag nicht verhaften“

„Die sozialen Medien sind eine Waffe, wenn du realen Waffen in Deinem Alltag begegnest“, sagte die iranische Journalistin Masih Alinejad, die vor zehn Jahren aus dem Iran geflohen war und deren Accounts auf Instagram und Twitter heute insgesamt mehrere Millionen Menschen folgen. „Sie haben mich aus dem Iran geworfen, aber ich bin über die sozialen Medien jeden Tag dort.“

Alinejad rief den Hashtag #WhiteWednesdays ins Leben, unter dem sie und andere Nutzer – besonders Frauen – Videos und Fotos von Übergriffen veröffentlichen, denen sie sich im Iran von staatlicher Seite ebenso ausgesetzt sehen wie von einer Moralpolizei. „Sie können die Nachricht nicht verhaften. Sie können den Hashtag nicht verhaften.“

Jedoch könne auch…