„Alles begann mit einem Foto“, sagte Martina Dase, Kommunikationsdirektorin von Save the Children Deutschland, bei der Veranstaltung „Ich lebe. Kindheit im Krieg: Eine weltweite Studie“ während des Internationalen Literaturfestivals in Berlin (ILB): 1919 war die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb so entsetzt, als sie hungernde Kinder auf einem Zeitungsfoto sah, dass sie beschloss zu handeln: Sie begann Spenden zu sammeln, um dafür zu sorgen, dass alle Jungen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten künftig mit Lebensmitteln und Medizin versorgt würden. Die Organisation „Save the Children“ wurde im selben Jahr ins Leben gerufen und bereits ein Jahr später in Genf als internationaler Verband aufgestellt. Heute gehört „Save the Children“ zu den größten politisch unabhängigen Kinderhilfsorganisationen der Welt.

100 Jahre „Save the Children“

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens erscheint nun ein Fotoband, der an die Pionierin der Kinderrechte und ihre bahnbrechenden Leistungen erinnern soll. Martina Dase und der Fotograf Dominic Nahr entwickelten gemeinsam das Fotoprojekt, als sie für eine Zeitschrift in einem Flüchtlingslager im Libanon arbeiteten. Die Begegnung mit einem jungen syrischen Mädchen brachte sie auf die Idee, weltweit nach Menschen zu suchen, die als Kinder im letzten Jahrhundert Kriege miterlebt haben.

Der Fotograf Dominic Nahr im Südsudan

Geflüchtet und von der Familie getrennt

Sie fanden Menschen in Syrien, Kolumbien, Ruanda, Afghanistan, Kambodscha, Nigeria, Korea, Spanien oder Deutschland. Gesucht hatten sie sie mit Hilfe von Zeitungsanzeigen, Archiven und alten Fotos. Insgesamt neun Monate reiste Nahr für das Projekt um die Welt. Der gebürtige Schweizer hat schon oft in Konfliktgebieten gearbeitet.

Während des Projekts fiel auf, dass die Menschen ähnliches erlebt hatten: „Im Krieg ein Kind zu sein, verbindet sie. Natürlich waren in jedem Fall die Umstände anders, aber es gab viele Aspekte, die ähnlich waren, zum Beispiel,…