Kennt man die Bedeutung des Karnevals für das Rheinland, kann man davon ausgehen, dass den Beteiligten die Entscheidung nicht einfach gefallen ist. Die derzeitige Infektionslage lasse „nur eine klare Absage an geselligen Veranstaltungen wie Sitzungen, Bälle, Partys und Umzüge“ zu, sagte Kölns erster Karnevalist Christoph Kuckelkorn, nach Beratungen der Verbände mit der Landesregierung in Düsseldorf. „Es kann kein Feiern um jeden Preis geben“, sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval.

Erlaubt werden nach Angaben der Landesregierung lediglich „kleinere karnevalistische Kulturveranstaltungen“ wie etwa Konzerte oder kleinere Sitzungen. Auch hier müssen die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung eingehalten werden, Veranstalter müssen Hygienekonzepte vorlegen.

„Zu Hause und im kleinen Kreis“

„Ein Karneval, so wie wir ihn kennen, wird in Zeiten der Pandemie nicht möglich sein“, sagte der nordrhein-westfälische Staatskanzleichef Nathanael Liminski nach den Beratungen. Teilgenommen hatten Vertreter der vier Karnevalshochburgen Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln.

Abstand halten? – Karnevalsumzüge wie hier zuletzt in Düsseldorf wird es nicht geben

Karneval zeichne sich durch „große Geselligkeit und große Ausgelassenheit“ aus, sagte Liminski. „All das ist in der Pandemie nicht denkbar.“ Er rief die Karnevalisten auf, in diesem Jahr „zu Hause im kleinen Kreis“ zu feiern. Für den 11. November, den traditionellen Beginn der Karnevalssession, empfahl die Landesregierung den Kommunen, ein Alkohol- und Verweilverbot an neuralgischen Stellen im öffentlichen Raum auszusprechen.

Vereine sollen unterstützt werden

Das Verbot gilt auch für die traditionellen Rosenmontagsumzüge. „Der Rosenmontagszug, so wie man ihn kennt, ist abgesagt“, sagte eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval. Auch aus der Nachbarstadt Düsseldorf gab es keine besseren Nachrichten: „Man muss schwer davon ausgehen, dass der Rosenmontagszug definitiv nicht stattfinden wird. Die…