Wasser, Wasser, soweit das Auge reicht. Trübe Fluten rollen mit sanften Wellen auf die Kamera zu. Ein einsamer Strommast hält sich aufrecht. Ein Boot kommt aus der Ferne angefahren. Erst als die Insassen aussteigen, erkennt man das Ufer, wo sie anlanden: eine völlig überschwemmte Autostraße. Ausnahmezustand im Südwesten des Iran.

Ein Kleinbus pflügt vorsichtig durch die Fluten, hält an. Die drei steigen ein. Im Autoradio verkündet der Nachrichtensprecher: „Hochwasserwarnung für die iranische Provinz Khuzestan.“ In der Region mussten bereits Straßen gesperrt, Ortschaften evakuiert werden.

Der Kamerablick durch die Frontscheibe offenbart, was sich hier in der Realität abspielt: Menschen flüchten in vollgepackten Autos, LKWs drängen sich Stoßstange an Stoßstange, Hirten versuchen eine panische Schafherde durch die dicht gedrängte Fahrzeugkolonne zu treiben.

Unterwegs im Tourbus – noch ist die Straße frei

Wirklichkeit contra Drehbuch

Geplant hatte die iranische Regisseurin Manijeh Hekmat, die mit ihren Filmen auch schon auf der Berlinale vertreten war, eine Art Roadmovie: Drei junge Musiker aus der Provinz machen sich auf den Weg zu einem Wettbewerb in der Hauptstadt – voller Hoffnung und mit ganz großen Träumen von einer internationalen Karriere. Auf den 400 Kilometern bis Teheran bestehen sie laut Drehbuch ein paar witzige Abenteuer. So der Plan.

Aber starke Unwetter im Iran machten der erfahrenen Regisseurin einen Strich durch den Drehplan. Vom ursprünglichen Plot blieben nur zwei Drittel übrig, der Rest musste unterwegs immer wieder improvisiert werden, erzählt die Berliner Koproduzentin Yasmin Khalifa im DW-Gespräch.

 „Es gibt ja im Film diese Situation, wo sie Hilfslieferungen mitnehmen müssen, weil sie sonst nicht weiterfahren dürfen. Das ist in echt passiert. Das waren alles Dinge, die nicht geplant waren. Aber die Wirklichkeit hat das Script mit inspiriert. Und je nach Geistesgegenwart haben sie das dann auch mitgedreht.“

Unterwegs traf das…